Aufgaben

Der Lehrstuhl vertritt das Fach Waldbau in Forschung und Lehre am Wissenschaftsstandort Weihenstephan der Technischen Universität München. Er betreibt weltweit Forschungsprojekte zum Thema Aufforstung, Pflege und Nutzung von Waldbeständen. Er bildet Studenten sowohl für den regionalen als auch internationalen Arbeitsmarkt aus.

Der Lehrstuhl ist Mitglied des Zentrums Wald-Forst-Holz und bietet über das Zentrum Informationen für Waldbesitzer und die interessierte Öffentlichkeit an. Auf Anfrage führt der Lehrstuhl Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen auf dem Gebiet des Waldbaus durch.

Forschung

Waldbauliches Grundlagenwissen wird im Hinblick auf ein ökologisch, ökonomisch und technologisch ausgewogenes Waldökosystemmanagement erarbeitet und in ein modernes Entscheidungsunterstützungssystem eingespeist, das Waldbesitzern für eine zukunftsorientierte Waldbewirtschaftung zur Verfügung gestellt wird. Die Wissenschaftler des Lehrstuhls wirken in zahlreichen nationalen wie internationalen Forschungsprojekten mit, wie z.B:

Geschichte

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurden in Ingolstadt durch den Botaniker Franz v. Paula Schrank, der 1795 Rektor der Universität war, Vorlesungen der Forstwissenschaft gehalten.

Ab 1806 wurden vom Heidelberger Prof. Ludwig Wallrad Medicus Vorlesungen an der nach Landshut verlegten Universität gehalten, die er von 1826 bis 1850 als Prof. der Land- und Forstwirtschaft in München fortsetzte, nach Übersiedelung der Universität dorthin.
Von 1826 bis 1878 wurden die Forstwissenschaften an der neu gebildeten Staatswirtschaftlichen Fakultät laufend von ein oder zwei Professoren gelesen. Die bayerische Regierung beschloss 1877 die Auflösung der Zentralen Forstlehranstalt in Aschaffenburg (1843 gegründet), was jedoch vom Landtag abgelehnt wurde. Deshalb mussten die Studenten von 1878 bis 1910 zunächst zwei Jahre in Aschaffenburg und dann zwei in München verbringen.

Es wurden fünf neue Ordinarien berufen (Karl Gayer, Ernst Ebermeyer, Gustav Heyer, Franz v. Baur und Robert Hartig), so dass die Forstwissenschaften durch insgesamt 6 Ordinarien vertreten wurden (eins bestand schon unter Leitung von Prof. Roth). In diesen Zeiten spielten Forstwissenschaftler eine bedeutende Rolle innerhalb der Universität und stellten häufig deren Rektor.

1971 wurden die Forstwissenschaften aus der Staatswirtschaftlichen Fakultät ausgegliedert und selbständig. Nähere Hinweise sind u.a. bei Köstler (AFZ 1971 Nr. 47) zu finden.

Der Lehrstuhl für Waldbau und Forsteinrichtung geht aus dem Bereich Produktionslehre: Waldbau Forstbenutzung Forstschutz hervor. Er wurde von 1878 bis 1892 von Gayer geleitet.

Karl Gayer

 

1893 bis 1911 stand Heinrich Mayr, ehemals Assistent von Robert Hartig, diesem Bereich vor: er befasste sich u.a. mit fremdländischen Baumarten im heutigen Forstlichen Versuchsgarten Grafrath.

1911 wurde er von Ludwig Fabricius abgelöst der den Bereich bis 1940 führte. Er hatte sich, nachdem er Assistent bei Tubeuf und Endres war, mit ertragskundlichem Schwerpunkt habilitiert und engagierte sich stark in Grafrath, wo er Versuche von Mayr auswertete und zahlreiche neue anlegte.

Nach dem zweiten Weltkrieg begann 1946 unter Josef Nikolaus Köstler der Wiederaufbau des Instituts. Köstler arbeitete v. a. auf dem Gebiet der Bestandesanalyse (Bestandesaufrisse) hat sich aber auch intensiv mit Plenterwäldern auseinandergesetzt. 1953 wurde er zum Rektor der Universität München ernannt.

1972 wurde Köstler von Peter Burschel abgelöst. Die Verjüngung des Bergmischwaldes, zahlreiche Durchforstungsversuche sowie Untersuchungen zu neuartigen Waldschäden und deren Auswirkung auf die Verjüngung bildeten Schwerpunkte seiner Tätigkeit, in der er sich zunehmend mit Fragen zur Rolle des Waldes im Kohlenstoffhaushalt beschäftigte.

Mit Prof. Dr. Reinhard Mosandl hat der Lehrstuhl seit Herbst 1996 einen neuen Leiter.